Juwelen

Unter Juwelen versteht man gemeinhin entweder geschliffene Edelsteine oder besonders schöne und kostbare Schmuckstücke. Mit der Zeit hat sich dieser Begriff aber auch für Objekte oder sogar Personen etabliert, die aufgrund ihrer Eigenschaften besondere Wertschätzung verdienen.Der etymologische Ursprung des Wortes Juwel (Pl.: Juwelen für die Bedeutung Edelstein/Schmuckstück, Juwele für die Bedeutung Kleinod/geliebter Mensch) liegt im lateinischen iocus – Spaß, Unterhaltendes. Daraus entstand das altfranzösische joël – Schmuck, woraus sich wiederum der niederländische Begriff juweel und schließlich das deutsche Juwel entwickelte.

Juwelen

Juwelen

Zu Juwelen zählt man Edelsteine wie Diamant, Rubin, Smaragd, Saphir, Beryll, Aquamarin, Amethyst, Jade oder Achat. Sie alle sind Minerale oder Gesteine. Aber auch organische Stoffe wie Bernstein, Korallen, Perlen oder Pechkohle gehören laut der CIBJO (Conféderation Internationale de la Bijouterie, Joaillerie, Orfèverie des Diamantes, Perles et Pierres) zu den Schmucksteinen. Im Gegensatz zu früher spricht man heute nicht mehr von Edelsteinen und Halbedelsteinen sondern ausschließlich von Edelsteinen oder Schmucksteinen. Der Begriff Halbedelstein gilt als veraltet, da er eine mindere Qualität suggeriert, die nicht gegeben ist. Tatsächlich können Perlen und Bernsteine zuweilen teurer sein als beispielsweise verschiedene Saphire oder Amethysten. Es kommt immer auf den Schliff und die Verarbeitung an.

Juwelen üben seit jeher eine große Faszination auf die Menschen aus. Edelsteine sind relativ selten und in kunstvoll geschliffener Form glitzern und funkeln sie in allen nur erdenklichen Farben. Allerdings werden Juwelen erst seit der Neuzeit mit einem Facettenschliff veredelt. In der Antike und dem Mittelalter wurden sie eher rund geschliffen. Besonders Frauen schmückten sich schon immer gerne mit kostbarem Geschmeide, verziert mit noch kostbareren Juwelen. Aber auch für Männer galten prunkvolle Juwelen lange als begehrtes Status- und Prestigeobjekt. Ringe, Ketten, Broschen, Uhren und Stockknäufe – sie alle wurden mit Juwelen besetzt zu exquisiten Unikaten.

Zu den größten zusammenhängenden Sammlungen von Juwelen gehören mit Sicherheit die Kronjuwel-Sammlungen der verschiedenen europäischen Fürsten- und Königshäuser. Zu den ältesten und reichsten gehören dabei die britischen Kronjuwelen, von denen ein Teil im Tower of London aufbewahrt und ausgestellt wird. Weitere nennenswerte Kronjuwelsammlungen sind die dänischen, die schwedischen, die schottischen und die preußischen Kronjuwelen. Kronjuwelen meint allerdings nicht die Edelsteine, die etwa in einer Krone verarbeitet sind, sondern Gegenstände, die die Macht des jeweiligen Herrschers symbolisieren. Gewöhnlich enthalten sie verschiedene Kronen und andere Insignien wie Zepter, Reichsapfel und Schwerter. Dazu können noch Sporen und Ringe sowie verschiedene Gewänder kommen. In der Regel sind sie äußerst kostbar und reich verziert – unter anderem eben auch mit Juwelen.

Die Schatzkammer der sächsischen Könige und Kurfürsten, das Grüne Gewölbe in Dresden umfasst über 4000 Kunstgegenstände aus Gold, Silber, Bronze und Eisen, Bernstein und Koralle, Elfenbein, Holz, Glas und Email sowie natürlich unzähligen Juwelen. Im Gegensatz zu vielen anderen Pretiosen-Sammlungen, die in Notzeiten ganz oder teilweise eingeschmolzen oder veräußert wurden oder auf andere Weise verloren gingen, ist diese Sammlung von Schmuck, Luxus- und Gebrauchsgegenständen vollständig erhalten.

Das berühmteste Juwel des Grünen Gewölbes ist wohl der Grüne Dresden, ein tropfenförmiger grüner Diamant von 41 Karat. Weitere berühmte Juwelen sind der Hope-Diamant, ein dunkelblauer Diamant mit 45,52 Karat, der als Vorbild diente für das “Herz des Ozeans” aus dem Film Titanic und der Cullinan I, mit 530,2 Karat der größte geschliffene Diamant. Er befindet sich als Teil der britischen Kronjuwelen im Tower of London, zusammen mit dem Cullinan II (317,4 Karat) und dem Cullinan IV (63,6 Karat), die alle aus demselben Rohdiamanten stammen, dem größten, der je gefunden wurde. Viele Geschichten ranken sich um den Koh-I-Noor, den Berg von Licht. Dabei handelt es sich um einen oval geschliffenen Diamanten von 105,602 Karat. Zum ersten Mal findet er Erwähnung im Jahre 1304 als Eigentum eines indischen Rajahs. Im Laufe der folgenden fünf Jahrhunderte wechselte er unzählige Male den Besitzer zwischen indischen und persischen Herrschern, bis er 1851 in die Hände von Queen Victoria fiel, die ihn in ihre Krone einarbeiten ließ. 1936 wurde er in die Krone Königin Elisabeths, der späteren Queen Mum, eingesetzt.