Diamanten

Es ist nicht nur das mit Abstand schönste, sondern auch das härteste Material der Welt: Diamant. Es entsteht in Tiefen von 150 km sowie bei Temperaturen um 1400 Grad und wird meist durch Vulkanausbrüche bei der Eruption ans Tageslicht befördert. Diamant ist eine kubische Modifikation des Kohlenstoffs und kommt hauptsächlich in Russland und Afrika vor. Diamanten wurden zwar bereits auf allen Kontinenten gefunden, jedoch gehört Südafrika zu den Gebieten mit den meisten Vorkommen.

Funkelnder Diamant

Funkelnder Diamant

Der erste bekannte Diamantenfund datiert um 4000 v Christus und wurde in Indien gemacht. Indien war damals das einzige Förder- und Exportland für Diamanten. Plinius (24 – 79 n. Chr.) fasste in seinem Steinbuch das gesamte Wissen der griechisch-römischen Antike über den Diamanten zusammen. Darin beschrieb er seine kristallartige Struktur, seine Härte und Feuerfestigkeit, sowie die Legenden, welche sich um den wertvollen Stein rankten. So ist überliefert, dass der Diamant (Adamas – “der nicht bezwungen werden kann”) nur durch frisches Bocksblut zerstört werden könnte und dass er die stärkste magnetische Anziehungskraft besaß.

Im Mittelalter häuften sich die Mythen um den wertvollsten aller Steine und wurden sogar von großen Gelehrten weiterverbreitet. So fanden diese Einzug in diverse wissenschaftlichen Bücher. Erst nach und nach wurden viele davon mithilfe der Forschung widerlegt. Antoine Laurent Lavoiisier experimentierte im 18. Jahrhundert mit Brennspiegeln und schaffte es, einen Diamanten komplett aufzulösen. Daraus zog er die Erkenntnis, dass das Mineralgestein ausschließlich aus Kohlenstoff besteht. Infolgedessen versuchten einige Chemiker Diamanten künstlich herzustellen. Dies gelang erst 1955 der Firma “General Electric Co.” aus den USA, die mit Spezialgeräten bei ca. 1800°C und einem Druck von bis zu 100 000 Atmosphären (ca. 98 066.5 bar) den ersten synthetischen Diamanten aus Graphit herstellte. Diese sind heute als Industriediamanten bekannt und werden zum Beispiel als Schleifpulver oder zur Herstellung von Bohrwerkzeugen genutzt.

Die moderne Industrie ist in der Lage künstliche Diamanten bis zu einem Durchmesser von 4 mm und in Schmuckqualität herzustellen. Jedoch sind die Herstellungskosten so immens, dass auf eine Massenproduktion großer Diamanten verzichtet wird.

Natürliche Diamanten werden überwiegend in der Schmuckindustrie verwendet. Aufgrund ihrer Struktur und dem speziellen Schliff erzeugt ankommendes Licht zahllose innere Reflexionen, die vom Betrachter als besonders schön empfunden werden. Diese Eigenschaft nennt man auch Brillanz. Wie wertvoll ein Diamant tatsächlich ist, entscheidet sich durch eine Vielzahl an Kriterien. So spielen neben Größe, Form und Reinheit des Steines auch seine Schliffgüte, Fehlerfreiheit, Farbenstreuung sowie die Härte und der Seltenheitsgrad eine große Rolle bei der Wertigkeitbestimmung.

Die wohl bekannteste Schliffform des Diamanten ist der 1910 entwickelte Brillantenschliff, der sich durch eine besonders hohe Brillanz auszeichnet. Für diesen sind eine kreisrunde Rundiste (Ring zwischen Ober- und Unterteil), seine 32 Facetten plus Tafel im oberen Teil und 24 Facetten plus Kalette (Spitze) im unteren Teil charakteristisch.